Silke Wernet: Der Begleiter - Gesichter der Forschung Platz 1

Silke Wernet: Der Begleiter - Gesichter der Forschung Platz 1

Fotografin: Silke Wernet

Silke Wernet studierte 1993-1994 Erziehungswissenschaften an der Universität Heidelberg und im Anschluss bis 1999 an der Fachakademie für Fotodesign, München. Seitdem ist sie freiberufliche Fotografin und bei der Fotografenagentur laif in Köln vertreten. In ihren Auftragsarbeiten für namhafte nationale und internationale Magazine widmet sie sich sozialen Reportagen. Ihr langjähriger Einsatz als Hilfspflegekraft in einer neurologischen Früh-Reha-Klinik während des Studiums, hat ihr fotografisches Interesse geprägt. Heute führt sie die Fotografie rund um den Globus. Ihre Reportagen und Projekte beschäftigen sich u.a. mit sozialer Armut, Gesundheitsthemen wie Ernährung und HIV-Prävention, Suchtproblemen und der Benachteiligung von Mädchen und Frauen in Drittweltländern. In Kürze bringt Silke Wernet ihr langjähriges Projekt über Waisenkinder in Kaliningrad zum Abschluss.

Bildtitel: Der Begleiter

Patienten mit Demenz leiden oft schwer unter ihrer Krankheit, sind verwirrt, desorientiert und aufgewühlt. Sowohl für die Betroffenen selbst als auch für Angehörige und Pflegekräfte ist der Umgang mit den Folgen der Krankheit nicht leicht. Das Christinenstift in Baden-Baden erforscht in einem zweijährigen Testlauf den Einsatz des Plüschtierroboters Paro. In Japan sind schon mehr als 1.000 dieser Roboterrobben in Altenheimen im Einsatz. Sie helfen, Langeweile und Einsamkeit zu vertreiben. Durch Bewegungssensoren kann der Roboter nicken, kuscheln und blinzeln und wird zu einem Helfer des Menschen, der, vom Fachpersonal gezielt begleitet, das Wohlbefinden der Patienten spürbar steigern kann.

Begründung der Jury

Auf einfühlsame Weise macht Silke Wernet mit ihrem Bild auf Demenzerkrankungen aufmerksam. Und damit auf ein Problem des demographischen Wandels: In einer alternden Gesellschaft nimmt die Verbreitung der Altersdemenz stetig zu, trotzdem wird die Krankheit tabuisiert. Die plötzliche Hilflosigkeit der Väter und Mütter ist überfordernd und wird als würdelos empfunden. Die Jury zeichnet den bildhaften Versuch von Silke Wernet aus, die betroffenen Menschen in den Mittelpunkt zu rücken. Das Spiel mit dem Kuscheltier symbolisiert den Verlust der Souveränität wie auch die Pflegebedürftigkeit.

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