Rammstein-Vertrag diskriminiert Bildjournalisten

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Band Rammstein aufgefordert, ihren Fotovertrag für Konzertfotografen sofort zurückzuziehen.

"Der Vertrag begrenzt die Verbreitungsmöglichkeiten von Konzertfotos nicht nur in unerträglicher Weise auf ein einziges, namentlich zu bezeichnendes Medium. Unakzeptabel ist insbesondere, dass Rammstein die Bilder gratis für eigene Zwecke nutzen will", kritisierte DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken.

Mit dem Vertrag zur Akkreditierung für die aktuelle Rammstein-Tournee sollen Bildjournalistinnen und journalisten der Band gestatten, Fotos für die Nutzung auf Webpages von Rammstein oder dem Management der Band ohne gesonderte Vergütung abzubilden.


Rammstein trete in die Fußstapfen internationaler Bands, deren Vertragsbedingungen der DJV ebenfalls angegriffen habe, sagte Konken.

"Rammstein profitiert als Musikgruppe vom deutschen Urheberrecht. Als Kreative sollten sie anderen kreativ Tätigen den Anspruch auf angemessene Arbeitsmöglichkeiten und Vergütung nicht verweigern."

Konken appellierte zugleich an die zuständigen Bundesländer, in den Landespressegesetzen endlich einen eindeutigen Anspruch von Fotografen auf Zutritt zu solchen Veranstaltungen zu schaffen, die der allgemeinen Öffentlichkeit zugänglich sind.