In den 50er und 60er Jahren war Heinz Köster unter den deutschen Fotografen eine Legende, in der Zeit danach wurde er fast vergessen. Er war einer der engagiertesten und besten Berlinale-Fotografen - sein Werk konnte man dennoch bislang nie in Büchern oder Ausstellungen bewundern.
Zum 60. Jubiläum der Berlinale widmet das neue Stern Fotografie nun seine Ausgabe Nr. 59 dem Berliner Fotografen und präsentiert eine Auswahl seiner faszinierenden Bilder von den Internationalen Filmfestspielen in Berlin.
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Stern Spezial Fotografie Nr. 56 widmet sich dem japanischen Fotografen Nobuyoshi Araki und präsentiert eine Auswahl seiner Bilder. Araki ist in Japan ein anerkannter Mann und zweifellos der berühmteste Fotograf des Landes. Es ist schwer, das umfangreiche Lebenswerk Arakis mit Begriffen europäischer Fotografie zu erklären. Nichts davon würde die fast manische Bildfängerei des 69-Jährigen erklären, der über 300 Fotobücher veröffentlicht hat und auf dessen Nachttisch, wie er sagt, immer eine Kamera liegt.
Arakis Bildsprache ist japanisch - technisch, ästhetisch und inhaltlich. Sie ist verwurzelt in der japanischen Kultur des 20. Jahrhunderts, dem rasenden Wandel der Gesellschaft und der Nivellierung sozialer Strukturen. Arakis Fotografie ist keine lange, bühnenhafte Inszenierung, sondern ein stetiges, schnelles Festhalten von Momenten.
Viele seiner Bilder haben Schatten oder Unschärfen, manche zeigen noch das eingeblendete Datum, sie wirken auf den Betrachter wie Schnappschüsse, zufällig eingefangen. Die Botschaft seiner Bilder komme von den Männern und Frauen, die er fotografiere, so Araki. Sie drückten aus, was er sagen wolle. Und so entsteht, wenn man durch seine Bücher blättert, so etwas wie eine melancholische Sozio-Fotografie eines Landes und seiner Menschen.
Kaum ein anderer Fotograf schafft es, die populärsten und bedeutendsten US-Persönlichkeiten - von Barack Obama bis George Clooney - zu porträtieren und ihnen dabei so nahe zu kommen wie Martin Schoeller.
Stern Fotografie Nr. 54 präsentiert das Werk des deutschen Fotografen, dessen Close-Up-Porträts Arbeiten für die Ewigkeit darstellen. Die kontrollierte und stilvolle Subversion gepaart mit einer leicht freibeuterischen Seele, die in seinen Bildern zu erkennen ist, machen ihn in den USA seit Jahren zu einem gefragten Fotografen.
Auf rund 90 großformatigen Seiten trägt das Portfolio Schoellers Aufnahmen aus den Jahren 1997 bis 2008 zusammen. Dabei sticht besonders die fotografische Eindringlichkeit hervor, die seine Bilder so herausragend macht. Es sei nicht die Prominenz, die den Fotografen an den Gesichtern beeindruckt, sondern die Lebensgeschichte, die sich dahinter verbirgt. Für die "Close-Up"-Porträts wendet Schoeller keine neue Technik an, er erzielt dennoch völlig neue Ergebnisse: Der Betrachter kann die Gesichter wie Landschaften studieren und dabei das "Protokoll des Charakters" herauslesen. Für Schoeller jedoch "kann ein Foto immer nur eine kleine Seite eines Menschen zeigen. Aber es sind Bilder, die weniger lügen".
Das neue Stern Fotografie Nr. 52 widmet sich dem Werk des britischen Fotografen Lord Snowdon. Die Werke Snowdons sind ein Spiegelbild seiner eindrucksvollen Persönlichkeit. Sie beschreiben eine Situation auf den Punkt genau, ohne dabei vordergründig spektakulär zu sein. Mit großer Selbstverständlichkeit durchwanderte der Künstler, der eigentlich Antony Charles Robert Armstrong-Jones heißt, sämtliche Schichten Englands. Seine Bilder strahlen Gelassenheit aus - egal ob sie Stripperinnen oder Mitglieder der britischen Königsfamilie zeigen.
Auf rund 90 Seiten trägt das neue Stern Fotografie beeindruckende Aufnahmen von Lord Snowdon aus den Jahren 1955 bis 1999 zusammen. Die Bilder zeigen die verschiedenen Facetten Englands: düstere Arbeiterkneipen treffen auf "Heile-Welt"-Bilder der Königsfamilie. Vor seiner Linse posierten die Literaten Nabokov und Tolkien ebenso wie die Schauspieler Ralph Fiennes und Jude Law. Auch bei seinen jüngsten Aufnahmen ließ sich Snowdon nie auf die Materialschlacht aktueller Fotografie ein. Seine Bilder entstehen durch echte Tüftlerarbeit mit Licht, Schatten und Emulsionen in der Dunkelkammer. Das Ergebnis spricht für sich.
Lord Snowdon wurde im Jahre 1930 geboren und besuchte das Eton College in der englischen Grafschaft Berkshire. Während seines Architektur-Studiums in Cambridge entwickelte er Spielzeuge, die aus einem James-Bond-Film stammen könnten, wie z.B. einen Spazierstock mit eingebauter Taschenlampe.